Wandern: Zur Kenzenhütte

Die Kenzenhütte ist sicher vielen ein Begriff, denn von ihr aus starten mehrere Touren in den alpinen Bereich, etwa zur Hochplatte. Doch auch so lohnt sich eine Wanderung zu ihr besonders für Familien, da der Weg zum einen durch eine wunderschöne Landschaft führt und zum anderen binnen vier Stunden mit Pausen zu schaffen ist. ein weiterer Vorteil speziell mit Kindern: Für den Rückweg gibt es einen Shuttle-Bus, der von Ende Mai an jeden Tag mehrmals zwischen Halblech und der Kenzenhütte pendelt (Kosten: 4,50 Euro pro Person).

Weder Anja noch ich waren je dort gewesen, doch das änderte sich am vergangenen Sonntag. Am Morgen schnell die Brotzeit hergerichtet, die kurz vorher bei Ebay erstandene Kraxe (Kids Deuter Komfort 2) gepackt und los ging es Richtung Füssen. Als Startpunkt für unsere Route hatten wir uns den Parkplatz an der Talstation des Buchenberg-Sessellifts in Buching ausgesucht.

Kurz nach 9 Uhr ging es los. Der erste Teil des Weges führte gut ausgeschildert an der Tourist Information vorbei durch den Ort hinauf, den wir alsbald hinter uns ließen. Statt jedoch der Straße, die zur Buchenberg-Alm führt, weiter zu folgen, entschieden wir uns für Bachwegden wesentlich attraktiven Bachweg. Dieser schlängelte sich – wie der Name schon verrät – entlang eines Bachlaufs durch den Wald den Berg hinauf. Wer ihn benutzt, sollte allerdings schon eine gewisse Kondition mitbringen, denn es geht steil bergan. Mit Dominik in der Kraxe auf dem Rücken geriet ich schnell ins Schwitzen und war froh, dass es den Tag zuvor nicht geregnet hatte, denn so manche Stelle wäre sonst ziemlich glitschig geworden.

Der Lohn der Anstrengung zeigte sich bald, denn schon nach einer knappen Stunde erreichten wir die Buchenberg-Alm. Bei strahlendem Sonnenschein stürzten sich dort bereits die ersten Gleitschirmflieger den Berg hinunter. Und auf der Sonnenterrasse der Gaststätte bot sich der erste atemberaubende Blick über den Forggensee und das Alpenvorland – ein Grund, warum der Buchenberg ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Nach kurzer Rast, in der Dominik sich die Füße vertreten konnte und FreundGeiselsteinschaft mit einem Ziegenbock schloss, wanderten wir weiter. Der Weg führte jetzt auf breiten Forstwegen leicht bergab und meist flach dahin. Ab und zu kann man bereits einen Blick auf den Geiselstein, das „Allgäuer Matterhorn“, und die dahinter liegende Hochplatte erhaschen. Dominik interessierte sich dafür allerdings nicht wirklich. Viel lieber lachte er aus vollem Hals, wenn die Mama sich mal wieder hinter einem Baum versteckte und „Guckguck“ spielte. 🙂

Ab und zu hielten wir an, um Dominik aussteigen zu lassen. Dann hieß es Pusteblumenjagen und die Gegend erkunden, bis der Kleine sich genug ausgetobt hatte, um wieder Platz in seiner Trage zu nehmen.

Schließlich ging es hinab in die Bockstallschlucht, die uns zum Bockstallsee brachte, an dessen Staumauer die Wasserwacht gerade das Abseilen übte. Der See mit den dahinterliegenden Bergen bot einen wunderschönen Anblick, den wir kurz genossen, ehe es an ihm entlang Richtung Wankerfleck ging. An der dortigen Kapelle, die direkt an der Fahrstraße zur Kenzenhütte liegt,  überholten uns Mountainbiker, die das gleiche Ziel wie wir hatten.

Kapelle am WankerfleckDer Fußweg führte von hier aus nach zehnminütiger Wanderung noch einmal über eine Brücke, ehe  ein schmaler Pfad den Berg hinauf uns einige der letzten Höhenmeter bescherte.  Die restlichen Meter teilten wir uns auf der Fahrstraße mit den Moutainbikern, die sich die Strecke hinaufquälten. Dann lag die Kenzenhütte vor uns – knapp vier Stunden, nachdem wir in Buching losgewandert waren. Dominik erlebte den Anblick nicht mehr: Er war wenige Minuten zuvor in der Kraxe eingeschlafen.

Um kurz nach 13 Uhr war die Hütte gut frequentiert. Vor allem Montainbiker genossen die Sonnenstrahlen auf den Plätzen im Freien. Wir suchten uns deshalb einen Tisch im Inneren. Hier konnte die Kraxe ihren Vorteil gegenüber der Manduca und anderen Tragetüchern ausspielen, denn dank des breiten, ausklappbaren Metallbügels konnten wir Dominik einfach auf dem Boden abstellen und der Kleine seelig weiterschlummern.Kenzenhütte

Das anschließende Bier sowie den Schweinsbraten und die Spinatnockerl hatten wir uns redlich verdient. Nach einer Dreiviertelstunde mussten wir allerdings bereits wieder aufbrechen, um den Shuttle-Bus ins Tal zu erwischen. Laut Auskunft der netten Hütten-Mädels fuhr der nämlich nur alle zwei Stunden.

Wir waren nicht die einzigen, die auf diesem Weg die Rückkehr von der Kenzenhütte nach Halblech bestreiten wollten. Zum Glück gab es zwei Busse, die schließlich voll besetzt Richtung Tal rollten. Vom Parkplatz in Halblech brach ich alleine Richtung Buching auf, um das Auto zu holen, während Anja im nahen Gasthof Hirsch auf einen Kaffee samt Kuchen einkehrte. Der lohnt sich im übrigen mit Kindern allein schon wegen seines Spielplatzes. Aber auch die Kuchen mundeten, die Stücke waren dabei so groß, dass sie fast das Abendessen ersetzten.

Title: Wanderung zur Kenzenhütte
Track lenght: 9.89Km.
Altitude range: 482m. (Min height: 810m. Max height: 1292m.)
Total climb: 822m. Total descent: 342 m.
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