Vier Tage Gardasee mit Frau, Kind und Mountainbike

So, jetzt komme ich endlich dazu, von unserem Kurztrip nach Riva del Garda am wunderschönen Gardasee zu berichten.

Wie im Vorfeld schon geschrieben, hatten wir uns gemeinsam mit zwei befreundeten Familien zwei Appartements in Riva gemietet. Um fünf Uhr Donnerstagfrüh wollten wir losfahren, früh genug, so dachten wir, damit die Kinder im Auto sofort weiterschlafen würden.

Leider hatte keiner von uns die Rechnung mit den Kleinen gemacht. Sowohl der drei Monate ältere Max als auch Dominik dachten überhaupt nicht ans Schlafen, sondern musterten wissbegierig, was da so am Autofenster vorbeizog.

Nun gut, da beide es still taten, versuchten wir erst einmal die Gunst der Stunde zu nutzen, um so weit wie möglich zu kommen. Am Zirler Berg gab es dann doch schneller als erwartet den ersten Protest von der hinteren Reihe. Bis nach Innsbruck ließ sich Dominik noch mit Keksen bestechen, dann ließ er uns aber unmissverständlich wissen, dass er sich jetzt gerne die Füße vertreten und die Blechbüchse verlassen wolle.

Also stoppten wir an der nächsten Raststätte zum Frühstücken. Nach einer Dreiviertelstunde nahmen wir den Rest der Reise in Angriff und da der Verkehr sich noch in Grenzen hielt, kamen wir zügig durch und erreichten mittags unser Ziel, die Residence Segattini. 

Residence SegattiniIhr Chef Christiano erwartete uns schon. Auf unserer Appartements mussten wir freilich noch warten, doch wir konnten uns schonmal mit der Anlage vertraut machen. Und die entpuppte sich als äußerst gepflegt, mit schönem Pool und – was Dominik und Max sofort ins Herz schlossen – einer Spielplatz-Area mit Trampolin, Spielehütte, Schaukel, Wippe und natürlich einer Rutsche.

Ebenso überzeugend waren die beiden Appartements, die für italienische Verhältnisse sehr großzügig geschnitten und vor allem sehr neu und sauber waren. Eine gut ausgestattete Küche gehörte ebenso dazu, wer mag, kann hier selber den Kochlöffel schwingen. Wir gingen lieber abends essen oder holten uns Pizzas 🙂

Für alle, die wie wir die Fahrräder dabei hatten, gab es zudem einen videoüberwachten Radkeller – praktisch. Da auch der Chef sehr sympatisch war und außerdem fließend deutsch sprach, kann man die Residence guten Gewissens empfehlen.

Die Frauen und Kinder waren also gut versorgt, wir Männer konnten deshalb unseren Blick gen der umliegenden Berge richten. Nicht umsonst gilt Riva del Garda als El Dorado für Mountainbiker, unzählige Touren starten von hier.

Drei Rundtouren hatten wir uns herausgesucht, die letzte sollte die Königsetappe werden – und sie forderte wahrhaft viel von uns ab. Im folgenden gebe ich einen kurzen Abriss der einzelnen Etappen. Sie alle habe ich vorher bei outdooractive.com als GPS-Track samt Beschreibung heruntergeladen. Die Seite ist sehr zu empfehlen. Das Navigieren per Smartphone hat so wunderbar geklappt. Und auch der Akku hat selbst bei der Tagestour durchgehalten – im Flugzeugmodus.

1. Von Arco über San Giovanni al Monte

Die erste Tour gingen wir gleich am Anreisetag an. Sie führte vom benachbarten Arco über anfangs steile Straßen hinauf nach San Giovanni al Monte, ehe sie über teils sehr steinige Trails wieder hinunter nach Arco führte. Nach 25 Kilometern, rund 1100 Höhenmetern und knapp vier Stunden erreichten wir wieder unser Domizil in Riva.

2. Von Riva zur Capanna Grassi:

Am nächsten Tag hatten wir uns als Ziel die Capanna Grassi gesetzt, eine bewirtshaftete Hütte im Hinterland von Riva. Rauf ging es auch hier großteils über einsame Straßen und Dörfer. Manch einer zog hier sogar seinen Kinderanhänger samt Baby hinauf! Uns reichte unser eigenes Gewicht. Während die meisten an der Hütte einkehrten, ließen wir sie rechts liegen und nahmen die Abfahrt auf einem schön zu fahrenden Trail in einem alten Flußbett in Angriff. Am Ende ging es auf Betonrampen hinab, bis wir unweit des Gardasees direkt in Rive ankamen.Alter Militärwachturm

3. Von Riva auf den Tremalzo

Abfahrt TremalzoWer in Riva Mountainbike fährt, der muss einmal den Tremalzo gefahren sein. Das liegt zum einen an der malerischen alten Militärstraße, die auf der Westseite des Gardasees hinaufführt und einen atemberaubenden Blick auf den See bietet. Zum anderen an der ewig langen Abfahrt über Kies- und Schotterwege, die ebenfalls mit herrlicher Aussicht auf Berge und See locken. Wir entschieden uns für die Route über den Legro-See und die Auffahrt über die Passstraße. Oben war es selbst Ende Juni ziemlich kalt, was auch am herrschenden Nebel lag. Auf der Abfahrt zweigten wir vor dem Monte Guil ab, um die etwas spannendere Route mit Traileinlage nach Pre di Ledro zu wählen. Nach acht Stunden, rund 2700 gefahrenen Höhenmetern landeten wir schließlich wieder erschöpft aber stolz in Riva.

Nur einen Schönheitsfehler hatte der Urlaub – die Rückfahrt. Das lag weniger an ihrer unliebsamen Eigenschaft, das Ende der freien Tage einzuläuten. Vielmehr hatten wir uns ausgerechnet den letzten Tag der Pfingstferien als Datum für die Heimreise ausgewählt. Soviel sei gesagt, der Fehler passiert uns nicht mehr so schnell. Ob Bozen, Brenner oder Garmisch: fast überall war Schneckentempo angesagt. Irgendwie haben wir es dann aber doch noch Hause geschafft. Ende gut, alles gut.

 

 

 

3 Gedanken zu „Vier Tage Gardasee mit Frau, Kind und Mountainbike“

  1. Hallo Christoph, toller Beitrag!
    Für mich ist so ein Beitrag besonders viel Wert, weil du auch die Besonderheiten über die Reise mit Kinder beschreibst. Eine Reise mit Kinder ist immer anders als ohne, die Eltern müssen immer einige Besonderheiten in Kauf nehmen, sich anders vorbereiten und es anders planen.
    Übrigens wir fahren mit Kindern immer in der Nach und kennen keine Probleme mit nicht geplanten Pausen :))

    Grüße
    Sergej

  2. Zum Gardasee muss ich auch unbedingt noch zum Biken. Jedesmal, wenn ich Blogeinträge zu Gardasee-Touren lese, würde ich am liebsten sofort losfahren. Ich hoffe, dass es dann nächstes Jahr endlich klappt, weil es dieses Jahr wohl nichts mehr wird und werde mir dann auf jeden Fall auch Urlaub nehmen, wenn keine Schulferien sind. Die drei Touren werde ich mir auf jeden Fall auch schon mal vormerken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.